Prachtrosella



Ich möchte euch die Geschichte eines 28-jährigen, im letzten Jahr verstorbenen Großsittichs erzählen:

Coco war ein Prachtrosella, den ich leider erst in seinen letzten 2 Lebensjahren kennengelernt habe. Die genaue Vorgeschichte der ersten 26 Jahre kenne ich also nicht. Eins weiß ich aber auf jeden Fall, er hat sein ganzes Leben alleine verbracht. Coco hat einer Frau gehört, die ihn nach schätzungsweise 5 Jahren nicht mehr haben wollte. So hat die Familie meines Freundes ihn bekommen. Jahr um Jahr saß er allein in einem viel zu kleinen Käfig. Es kamen Aktionen dazu, wie zB. dass Coco verständlicherweise nicht in seinen Käfig wollte, da er noch ein junger, fröhlicher Vogel war.

Daraufhin fing man ihn an den Schwanzfedern. Kein Wunder dass er seit diesem Tag nie mehr aus seinem Käfig raus gegangen ist. Als ich Coco dann kennengelernt habe stand er bei der Mutter meines Freundes. Ohne Schwanzfedern, hatte immer das gleiche Futter, weil er nichts neues in seinem Käfig akzeptierte. Er saß einfach nur alleine rum. Wenn das Telefon klingelte fing er an zu rufen, wenn "Frauchen" Coco rief, hat er geantwortet, woraus dann kurzerhand interpretiert wurde, dass Coco ja ein total glücklicher Vogel sei.

Als ich dazu kam hat er -so glaube ich- das erste Mal in seinem Leben gelernt, was spielen ist (im Umfang, wie der kleine Käfig es zuließ). Er lief hinter meinem Finger her, erzählte mit mir, und wenn er meinen Finger erwischte, fing er an wie verrückt zu rufen, als ob er mich auslachen würde. Leider hat er solche Momente viel zu spät erlebt. Dann wurde er endlich erlöst.

Was aber eigentlich das schlimmste an der ganzen Sache ist, war unser Urlaub über Karneval, in dem die Mutter meines Freundes auf unsere 2 Ziegensittiche Kerry und Pig aufgepasst hat. Als wir wieder kamen hat sie uns angemeckert, dass sie diese Vögel, wenn es ihre wären sofort wieder weggeben würde. Auf die Frage "Warum" bekamen wir die Antwort, dass die beiden Ja einen unheimlichen Dreck machen würden, überall hinfliegen und NICHT MAL WIE COCO, EINFACH NUR EINEN TAG LANG MAL RUHIG IM KÄFIG SITZEN KÖNNEN!!!! Dass es solche Einstellungen immer noch gibt ist für mich erschreckend. Sie ist immer noch davon überzeugt, dass Coco ein schönes Leben hatte. Einzelhaltung ist wirklich Tierquälerei!

Kleiner Denkanstoß für alle, die sich einen Einzelvogel halten möchten: Wollt ihr 28 Jahre lang alleine mit überdimensional großen Lebewesen, die eine fremde Sprache sprechen zusammen leben?!?!?! Da hättet ihr auch keinen Bock drauf.

Wenn einen Vogel, dann nur mit einem gleichartigen Partner!!!

Sabrina

16.06.2006
 

 
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