Gefahrenquellen im Haushalt für Sittiche und Papageien

Leider sind noch immer viele mögliche Gefahrenquellen im Zimmer unbekannt oder werden unterschätzt, so dass es immer wieder zu Unfällen in der Vogelhaltung kommt, nicht selten mit folgenschwerem Ausgang.
 

Foto: viel zu häufig werden Sittiche auf solchen Sitzplätzen durch zufallende Türen, die achtlos vom Menschen oder auch durch Zugluft geschlossen werden, eingeklemmt.

Gefahrenquellen im Haushalt - Nymphensittich, Sittiche.
Gefahr
Hinweise
Aggressionen anderer Sittiche Aggressionen des Partnervogels, anderer Sitticharten oder der Elternvögel, Bisse, Federrupfen
Es gibt friedliche und aggressivere Sittich- und Papageienarten. Informieren Sie sich vor der Anschaffung mehrerer Vogelarten, ob diese gut in der Gruppe gehalten werden können.
Informationen hierzu erhalten Sie z.B. im Sittich-Lexikon bei den Arten unter dem Punkt "Haltung".
Aquarium geöffnetes Aquarium, Ertrinken
Alkohol Vergiftung, Leberschäden
Auto Verletzungen durch Umkippen des Käfigs, Hitzschlag, Zugluft
Badezimmer offene Toilette, Waschmaschine, Trockner, Seife, Medikamente
Blei Bleivergiftung, z.B. durch Lametta, Bleikanten in Gardinen, Bleiplomben an Teppichen, bleihaltige Farben, Bleifassungen von Tiffany-Lampen, Bleieinfassungen von Fensterbildern
Blumenerde Dünger in der Blumenerde
-> verwenden Sie ungedüngte Aufzuchterde!
Blumenspritze, Dusche Blumenspritzen, mit denen Sittiche "geduscht" werden, sollten danach vollständig entleert werden, damit sich keine Bakterien und Pilze in abgestandenem Wasser bilden können. Die Flasche sollte gut trocknen und gelegentlich mit Essig desinfiziert werden.
Deckenfluter heiße Glühlampen
Desinfektionsmittel direkte Aufnahme oder durch Dämpfe. Schleimhautreizungen, Reizungen der Atemwege und der Augen, bei Hautkontakt Rötungen und Entzündungen
Duftlampen Gefahr durch brennendes Teelicht oder heißes Wachs, Gefahr durch (heißes) Öl, Gefahr durch Einatmen künstlicher Öle. Deshalb sollten Sie ausschließlich natürliche ätherische Öle in geringer Konzentration verwenden und danach gut lüften.
Fenster, Balkontüren, Fensterscheiben gekippte Fenster, offene Fenster, offene Balkontüren, Gefahr des Entfliegens
Anleitung zur Fenstersicherung

Fensterscheiben werden von freifliegenden oder älteren Sittichen oft nicht gleich als Zimmergrenze erkannt -> Gardine davorhängen

Fliegenfänger, Insektenklebefallen Verletzungen, Verkleben des Gefieders
Fliegenfänger sollten nicht in der Nähe der Sittiche aufgehängt werden.
Fußboden Übersehen des Sittichs, Drauftreten
Fußkette Verstauchen oder Brechen des Beines bei Erschrecken und plötzlichem Losfliegen
Fußketten werden vorwiegend bei Papageien verwendet und führen hier nicht selten zu Verletzungen. Besser meiden.
Fußring offener Fußring zu weit geöffnet, Gefahr des Hängenbleibens an Spielzeug, Gardine, ...
Fußring zu eng oder zu weit.
Gefahr bei Anschwellen des Ringbeines, Abschnüren der Blutzufuhr!
Der Fußring sollte bei Bedarf abgenommen werden. Er sollte aufbewahrt werden.
Gardine Bleikanten, Hängenbleiben, Verheddern in Schnüren
Gefäße mit Wasser z.B. Vasen, Putzeimer, Toiletten, Waschbecken, offene Luftbefeuchter an der Heizung
Haken, spitze Gegenstände Verletzungen
Haustiere Ratten, Katzen oder Hunde sind häufig eine Gefahr für Sittiche
Hygienemängel Ansammlung von Krankheitserregern wie z.B. Bakterien, Pilzen oder Parasiten
Käfig, Voliere Käfige für Großsittiche / Papageien sind nicht für kleine Sitticharten geeignet! Bei einem zu großen Abstand zwischen den Gitterstäben können kleine Sittiche ihren Kopf hindurchstecken.

Zinkvergiftung, Vergiftung beim Abknabbern von Käfiggitter oder Gitterüberzügen (Lacke, Plastik)

Kerzenlicht Kerzen während des Freiflugs auslassen
Kochsalz Salzgebäck (Chips, Salzstangen, gesalzene Erdnüsse, Erdnussflips...), gesalzene "menschliche" Nahrung
führt u.a. zu Nierenerkrankungen
Küche heiße Herdplatten, Kochtöpfe mit heißem oder auch schon kaltem Wasser (Verbrühen und / oder Ertrinken,. Teflondämpfe, Küchendünste, Friteuse, Messer, ...

Vögel sollten auf gar keinen Fall in der Küche gehalten werden! Zu den Gefahren für die Sittiche kommen die unhygienischen Bedingungen für den Menschen.
Die Küche sollte während des Kochens immer geschlossen sein.

Kupfer alte Messingkäfige, die Grünspan enthalten
Lösungsmittel Lacke (z.B. für Holzvoliere), Klebstoffe,  ...
Mensch Drauftreten oder Draufsetzen
Möbel offene Schubladen, offene Schränke, Lücken zwischen Möbelstücken und Wand
Mülleimer Eimer mit Schwingdeckel, Drauflanden
Nagetiere Mäuse, Ratten, Marder in Außenvolieren
(Mäusekot, Räuber Ratten und Marder)
Pflanzen, giftige Zimmerpflanzen Vergiftung
Liste mit giftigen Pflanzen
Plastikvogel Sexuelle Frustration, Aggression (weil "Partner" nicht wie erwartet reagiert), übermäßiges Füttern (Kropfentzündung)
Rausnehmen, mit an die frische Luft nehmen Entfliegen, Tod durch Raubvögel. 
Sittiche sollten niemals ohne Käfig mit an die frische Luft genommen werden, auch wenn sie noch so zahm sind. Einmal erschreckt (z.B. durch Wildvögel, Zuknallen einer Autotür, ...) fliegen viele Sittiche panisch los. Sie besitzen keinen Orientierungssinn, der ihnen hilft ihr Zuhause wiederzufinden.
Reinigungsmittel Vergiftung
Schimmel Körnerfutter in schlechter Qualität, in Keimfutter, in Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Paranüssen, Zirbelnüsse, in Blumenerde, im Zimmer (Wände)
Schimmel kann z.B. zu Aspergillose führen
Schnüre, Ketten, Handarbeiten z.B. Schnüre und Ketten an Spielzeug, Gardinen
Gefahr durch Hängenbleiben und Verletzen / Erhängen
Sonne pralle Sonne, Hitzschlag
Der Käfig sollte immer mindestens zur Hälfte im Schatten stehen, bei heißem Wetter komplett im Schatten.
Spalten z.B. zwischen Möbelstück und Wand, Schubladen
Spiegel, Wandspiegel Verletzungen oder sogar Tod durch ungebremstes Gegenfliegen. Zur Gewöhnung anfangs abdecken.
Spiegel im Käfig Sexuelle Frustration, Aggression (weil "Partner" nicht wie vom Sittich erwartet reagiert), übermäßiges Füttern (Kropfentzündung)
Spielzeug !!! Spielzeug mit Schnüren oder Ketten, Gefahr des Festhängens, Verlust von Krallen oder Zehen oder sogar Gefahr des Erhängens!! Gleiches gilt übrigens für die beliebten "Zottel", also die dickeren Fäden, die an vielen Holzspielzeugen angebracht sind - dieses Spielzeug besser weglassen oder die Zottel so kurz wie möglich schneiden!
Ungeeignetes Vogelspielzeug und Zubehör
Sprays Raumsprays, Duftsprays, Insektensprays, Milbensprays aus dem Zoohandel, Sprays gegen Rupfen, Imprägnierungssprays für Leder (z.B. Schuhe) und Textilien. Reizung der Atemwege, Augen, was zu Atemnot, Lungen- und Bindehautentzündung und Tod führen kann
Staubsauger erhebliche Verletzungsgefahr, Tod
Stress z.B. durch zuviel und zu laute Musik, zuviel Fernsehen, Kinder, andere Haustiere, falsche Verpaarung. Dies kann u.a. zu schreien und rupfen führen.
Stromkabel, Steckdosen Elektroschock, Kabel besser verkleiden oder ummanteln
Tabak, Zigarettenrauch Vergiftungen durch Tabak oder Tabakqualm
Teflondämpfe Pfanne, Sandwich-Toaster, Raclette, Bügeleisen
Über ihre Erfahrungen mit Teflondämpfen hat eine betroffene Halterin hier geschrieben.
Türen beim Schließen darauf achten, ob ein Sittich auf der Türkante oder hinter der Tür sitzt
UV-Licht-Mangel Schwächung des Immunsystems, Rachitis bei Jungvögeln
Sittiche an warmen Tagen auf die Terrasse / den Balkon stellen, im Winter UV-Lampe mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG)
Wildvögel Wildvögel in Außenvolieren (Übertragung von Parasiten und Erkrankungen, z.B. durch den Vogelkot), Fangen von entflogenen oder frei auf dem Käfig sitzenden Sittichen
Zigarettenrauch Atemwegserkrankungen, Vergiftungen
Rauchen in einem Zimmer, in dem Vögel leben, ist tabu!
Zink Zinkvergiftung (New-Wire-Disease). Neuer Zinkdraht an Volieren, Zinknasen. Deshalb Zinknasen entfernen, Draht vorbehandeln (abwechselnd mit Essig und Seife waschen, um lose Zinkionen zu entfernen).
Zugluft Erkältungskrankheiten. Zugfreier Ort für den Käfig / die Voliere. Besser häufiger kurz lüften statt Fenster und Türen länger geöffnet zu lassen.
Haushaltsgifte Informationen zu Vergiftungen mit Haushaltsgiften

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