Vitamine in der Ernährung von Sittichen

Übersicht über Vitamine und Folgen von Mangelerscheinungen und Überdosierungen
 
 
Als Vitamine werden bestimmte lebenswichtige organische Verbindungen bezeichnet, die bis auf wenige Ausnahmen nicht vom Körper selbst produziert werden können. Sittiche sind deshalb zum größten Teil auf eine Vitaminzufuhr von außen angewiesen. Diese erfolgt entweder über das Futter oder durch Vitaminpräparate.
 

Aufgrund ihrer Löslichkeit werden Vitamine eingeteilt in:
 
fettlösliche Vitamine
  • diese können im Organismus gespeichert werden
  • dadurch kann eine Überdosierung ernste Krankheiten auslösen
wasserlösliche Vitamine
  • werden nicht im Organismus gespeichert, eine zu große Menge an wasserlöslichen Vitaminen wird ausgeschieden
  • eine Überdosierung hat daher nicht die Folgen wie bei den fettlöslichen Vitaminen


Häufig verwendete Fachbegriffe:

Hypovitaminose
ist eine Unterversorgung an Vitaminen. Sie kannn zur Verringerung der Vitalität und Schwächung des Immunsystems führen und damit die Entstehung von Krankheiten begünstigen. 

Hypervitaminose
ist eine Überversorgung an Vitaminen. Diese kann bei fettlöslichen Vitaminen ernsthafte Krankheiten auslösen.

Erhöhter Vitaminbedarf
Der Vitaminbedarf ist erhöht bei Belastungen wie z.B.: Wachstum, Mauser, Stress, Zucht, verschiedenen Krankheiten

Wichtig: Körnerfutter enthält nur wenige Vitamine! Eine zusätzliche Gabe über Obst, Grünfutter, Gemüse und Beeren, Obstsäfte, Keimfutter oder Vitaminpräparate ist daher sehr wichtig. Bewahren Sie Vitaminpräparate kühl und trocken auf und dosieren Sie sie ausschließlich nach Anleitung, um eine Vitaminüberdosierung zu vermeiden.



 
 
Fettlösliche Vitamine
Vitamin wichtig für Mangelerscheinungen Überdosierung Vorkommen

(Retinol)
Augennetzhaut, Haut, Instandhaltung des Zellgewebes, Neubildung von Zellen, Wachstum, schützt vor Bakterien Schäden an den Schleimhautzellen der Atmungsorgane ( -> Rhinithis = Entzündung der Nasenschleimhaut, Schnupfen)

Sinusitis (Nasennebenhöhlen- 
entzündung als Folge einer Rhinitis) 

-> Speicheldrüsengranulom (dadurch verminderte Futteraufnahme, Erbrechen)

Schäden an Verdauungs- und Fortpflanzungsorganen

Nierenschäden, Gicht 
Augenschäden, Bindehautentzündung, Tränenfluss, Zuwachsen der Nasenlöcher 

Hyperkeratose (übermäßige Verhornung der Haut im Fußbereich) 

Pilzbefall (Aspergillose) 

Gefiederschäden

bei Hennen: Zunahme unbefruchteter Eier, ggf. Absterben der Embryonen im Ei

bei Jungvögeln: Bewegungsstörungen, Haltungsschäden

Lebervergrößerung 
Wachstumsstörungen 
Hautveränderungen 
Sehstörungen 
Futterverweigerung 

unkontrollierte Bewegungsabläufe

Eigelb, Vorstufe (Carotin) in Karotten, Tomaten, Paprika, Aprikosen, Papaya, Spinat, Fenchel, Broccoli, Feldsalat, Petersilie

Grit verbessert die Aufnahme von Vitamin A!

D
(Calciferol)
Das in Pflanzen enthaltene Provitamin kann von Vögeln nicht verwertet werden.

Das Sekret der Bürzeldrüse enthält Vitamin D, es wird beim Putzen vom Vogel aufgenommen.

Die Vorstufen des Vitamin D3 werden über die Nahrung aufgenommen und von der Leber und den Nieren und unter der Vogelhaut mit Hilfe des Sonnenlichts oder einer Birdlamp in die verwertbares D3 umgewandelt.

Steuerung des Mineralhaushalts, reguliert die Aufnahme von Calcium und Phosphor und die Mineralisierung des Skeletts mit Kalksalzen 

Bildung der Eischale

Rachitis (Unzureichende Verkalkung der Knochen) 
Verkrümmung der Beine, 
Gehstörungen (häufig Sitzen am Boden), 
Schwellungen der Gelenke

Wachstumshemmungen 

Verkrümmung der Wirbelsäule und des Brustbeins

zu weicher Schnabel

zu weiche Krallen

weichschalige Eier (Legenot)

Gefieder- und Mauserstörungen

Embryonen: Wachstumshemmungen, u.U. Absterben

Jungvögel: Rachitis, Verminderung der Futteraufnahme, geringere Vitalität, Skelettdeformationen

Kalkablagerung in den Artieriewänden, Gelenken und Organen 
z.B. Nierenschäden durch Calciumablagerungen

Gewebeverkalkung 

Schwäche, Gewichtsverlust, Durchfall, Erbrechen

UV-Licht durch Sonnenlicht oder Sonnenlichtersatz mittels Birdlamp (Leuchtstoffröhre mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG) regt die Bildung von Vitamin D im Organismus an.

Fensterglas absorbiert den größten Teil der UV-Strahlen des Sonnenlichts!

Ei, Bierhefe, Milchprodukte (z.B. Joghurt, Magerquark)

 

E
(Tocopherol)
verantwortlich für zahlreiche Stoffwechselprozesse

Einfluss auf Reproduktionsorgane, Eisenstoffwechsel 
antioxidative Schutzfunktion für Vitamine A, D, K, B6 und Panthothensäure

Bei Selenmangel und Mangel an schwefelhaltigen Aminosäuren ist der Bedarf an Vitamin E stark erhöht.

Wachstumsstörungen

Schwäche, unkontrollierte Bewegungen, Zittern, Verdrehen des Kopfes, Aufstützen des Kopfes auf den Boden

struppiges Gefieder

Leber- und Muskelschäden

Fruchtbarkeitsstörungen

Störung der Embryonenentwicklung, Absterben  innerhalb weniger Tage

Störung der Entwicklung der Jungvögel

verringerte Immunabwehr, Blockierung von Vitamin K 
Verdauungsstörungen 
Hautentzündungen
Keimfutter, Nüsse, grüne Pflanzen
K *
(Phyllochinon)
zentrale Rolle bei der Blutgerinnungsregulation

sehr wichtig für die Aktivierung von bestimmten Vitamin-K-abhängigen Proteinen im Organismus

Zusammen mit Vitamin D am Aufbau der Knochen beteiligt

gestörte Blutgerinnung 
erhöhte Blutungsneigung 
innere Blutungen 
Schwäche, Erbrechen, vermehrte Kotaufnahme

erhöhte Embryonensterblichkeit

nicht geklärt wird teilweise von darmeigenen Bakterien des Vogels gebildet

Grünpflanzen (Löwenzahn, Kresse, Chicoree, Salat, Spinat, ...), Keimfutter 

K1 oder künstliches K3 (Meniadion) in Vitaminpräperaten. 
Hinweis: Vitamin K3 ist in menschlicher Nahrung verboten. Ich würde empfehlen auch in der Tiernahrung auf K3 zu verzichten, da es inzwischen genügend Alternativen gibt.


 
* Erhöhte Zugaben von Vitamin A und E beeinträchtigt die Aufnahme von Vitamin K
   Antibiotikabehandlungen können zu einer Veränderung der Mikroflora im Darm führen, Vitamin-K-Mangel ist die Folge.

 
 
WasserlöslicheVitamine
Vitamin wichtig für Mangelerscheinungen Überdosierung Vorkommen
B1
(Thiamin, Aneurin)
Leber- und Nervenfunktionen 
Wachstum, Fruchtbarkeit 
Wasserhaushalt
Wachstumsverzögerungen, Bewegungsstörungen, Abstürzen von der Stange, Schwäche, Zittern, Krämpfe, Beinlähmungen, unnatürliche Kopfhaltung (Kopf in den Nacken legen) so gut wie nicht möglich Keimfutter, Bierhefe, Sonnenblumenkerne,
Hafer, Nüsse
B2
(Riboflavin)
Stoffwechsel, Zellatmung trockene Haut, Wachstumsstörungen, Lahmheit, z. T. Verkrümmung des Fußes zur Faust, Fettlebersyndrom, mangelhafte Federpigmentierung 

bei Embryonen Wachstumsstörungen, Gliedmaßenmissbildung oder Absterben


 
 
 

 

Bierhefe, Weizenkeime, Milchprodukte,
Grünfutter
B5 Stoffwechsel Federausfall, Darmstörungen 
Hautjucken
  Hefe, Weizenkleie, Eifutter
B6
(Pyridoxin)
Stoffwechsel von Aminosäuren (Proteinauf- und abbau) Wachstumsverzögerungen, Anämie (Blutarmut), 
Gewichtsverlust 
Bewegungsstörungen, Krämpfe 
Leberschäden 
Herabgesetzte Legeleistung und Schlupffähigkeit
- Grünfutter, Keimfutter, Leinsamen, Bierhefe, Banane, Honigmelone
Nicotinsäure (Nicotinamid) Stoffwechsel Wachstumsstörungen, verminderte Futteraufnahme, Durchfall, Entzündungen in der Schnabelhöhle, mangelhafte Befiederung, Dermatitis (Hauterkrankungen), Lähmungen, Krämpfe, schlechte Befiederung - Getreide, Bierhefe, Leinsamen, Nüsse
Pantothensäure Stoffwechsel Wachstumsstörungen, Befiederungsstörungen, Federausfall, Dermatitis (Hautkrankheit), Schleimhautschäden in der Schnabelhöhle und im Magen-Darm-Trakt, Störung der Leberfunktion, borkige Krusten im Schnabelwinkel und an den Beinen, Granulation an den Augenliedern - Bierhefe, Eifutter, Sonnenblumenkerne, Nüsse
Folsäure Stoffwechsel Wachstumsstörungen, Anämie (Blutarmut), erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, mangelhafte Befiederung, Depigmentation des Gefieders, Durchfall, Kotaufnahme - Grünpflanzen, Keimfutter, Mais, Hefe, Banane, Apfelsine, Kiwi, Sonnenblumenkerne, Eigelb, Nüsse
B12
(Cobalamin)
Eiweißstoffwechsel 
Aktivierung des Vitamins Folsäure (für Blutbildung)
Wachstumsstörungen, schlechte Befiederung, bei Embryonen Störung der Entwicklung, Absterben -  Eifutter, Milchprodukte, Leber, Fleisch
C
(Ascorbinsäure)
Immunsystem erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, meistens durch zusätzliche Stressfaktoren wie Transport, falsche Haltung oder andere Krankheiten hervorgerufen - Obst, Grünfutter, Gemüse, Beeren
H
(Biotin)
Stoffwechsel Hautschäden an Augenlidern, Beinen und Schnabel, gestörte Federbildung, ungenügende Befiederung 
Selbstrupfer
Wachstumsstörungen bei Jungvögeln, Skelettdeformation
- Bierhefe, Eifutter, Getreide, Mais, Nüsse


Diese Tabelle erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für die Richtigkeit kann keine Gewähr übernommen werden. Es wurden mehrere Informationsquellen verglichen.


 
Seitenadresse: http://www.sittich-info.de/ernaehrung/vitamine.html
 

Copyright dieser Zusammenstellung © www.sittich-info.de
Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Die Übernahme von Bildern, Texten oder Textauszügen (auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich verfolgt.