| MonoProp®
MonoProp® (Fa. Anitox
Corp.) ist ein Konservierungsmittel für Körnerfutter. Es
handelt sich dabei um ein trockenes Granulat, das mit dem Futter vermischt
wird. Mit dem Mittel sollen Schimmelpilze im Futter abtöten. Schimmelpilze
vermindern die Qualität des Körnerfutters, verringern die enthaltenen
Nährstoffe und können gesundheitliche Schäden, z.B. Aspergillose,
auslösen.
MonoProp® besteht zu 50% aus Propionsäure (E 280)
und zu 50% aus einer mineralischen Grundsubstanz (Verxit). Das Verxit gibt
die Propionsäure als Gas (monomerische Propionsäure) ab, das
sich im Körnerfutter gleichmäßig verteilt und Pilze abtötet.
MonoProp® hat einen sehr unangenehmen Geruch, einer der
Gründe, weshalb Halter immer wieder davon berichten, dass das behandelte
Futter von ihren Vögeln nicht angenommen wird. Wenn das behandelte
Futter länger stehengelassen wird verfliegt der Geruch allerdings
und es wird dann häufig problemlos angenommen.
Anwendung laut Packungsbeilage:
1 gr Granulat pro kg Futter, die Mischung 3 Tage stehen lassen, danach
1 Tag durchlüften.
Keimfutter
MonoProp® kann laut folgender Studie auch für die
Konservierung des Keimfutters verwendet werden.
Anwendung: 1-3 g auf 1 kg Futter
Alternativen:
-
Für Keimfutter: Vanodine V18, ein auf Jod basierendes Desinfektionsmittel
-
Defender
Studien zu MonoProp®
Die Wirkung von MonoProp® wurde bereits durch wissenschaftliche
Studien der Universitäten München und Leipzig bestätigt.
Ich kenne eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München
aus dem Jahr 1989. Es handelt sich dabei um eine dreimonatige Fütterungsstudie
an Wellensittichen, Kanarienvögeln, Sperlingspapageien, Aras, Amazonen,
Agaporniden, Dickschnabelsittichen und Prachtfinken.
Die Pilzbelastung des behandelten Körnerfutters war bis zu ca.
70% niedriger als der des unbehandelten Futters.
Bei der MonoProp®-Vogelgruppe gab es folgende Beobachtungen:
-
verbesserter Gesundheitszustand bei kränkelnden Vögeln
-
verbesserte Kotkonsistenz
-
verbesserte Mauser
-
reduzierter Futterverbrauch (bedingt durch das Fehlen des Nährstoffverlust
im Futter)
-
teilweise Verbesserung der Brut
Es wurden keine negativen Beobachtungen beschrieben.
Alles nur positiv?
Interessant ist, dass Propionsäure 1988 in Deutschland verboten
wurde und 1996 im Rahmen der EU-Angleichung wieder zugelassen. Grund des
Verbots waren Beobachtungen, dass Propionsäure bei Ratten krebsähnliche
Veränderungen im Vormagen ausgelöst hatte. Sie gilt aber heute
-richtig dosiert- für den Menschen als unschädlich. Man findet
sie in verschiedenen Lebensmitteln, z.B. in abgepacktem Brot und in Backwaren.
Es ist also sehr wichtig, sich unbedingt an die angegebene Dosierung
zu halten und nicht überzudosieren! Mehr hilft nicht immer mehr, sondern
kann sogar zu Schäden führen!
Fazit:
Ich kenne keine negativen Erfahrungen mit MonoProp®
auch bei jahrelanger Anwendung, allerdings auch keine entsprechenden Studien,
die die Harmlosigkeit bestätigen. Insofern bleibt es jedem Halter
selbst überlassen sich eine Meinung zu bilden und das Futter zu konservieren
oder nicht. Es gibt Halter, die ihr Futter selbst auf Pilze testen (z.B.
mittels Pilzplatten) und auf die Gabe von Chemie verzichten. Dies ist natürlich
wesentlich aufwendiger, kann sich aber für interessierte Halter durchaus
lohnen. Denn wenn der Halter bereits pilzbelastetes Futter erhält,
sind die genannten Nährstoffe schon verloren, was die Qualität
nach wie vor herabsetzt und zur Aufnahme größerer Futtermengen
führt. Manchmal lohnt es sich den Anbieter zu wechseln und woanders
einzukaufen, um eine bessere Qualität zu bekommen. Diese ist auch
bei günstigen Futterpreisen durchaus möglich.
Weiterführende Literatur:
-
Aus dem Institut für Medizinische Mikrobiologie, Infektions- und Seuchemedizin,
Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität
München: Dr. M. Gareis: Von Schimmelpilzen verursachte Probleme in
der Ziervogelzucht ; eine Fütterungsstudie mit dem Konservierungsmittel
MonoProp
-
Gefiederte Welt, 3 (1989), S. 85-89
Weiterführende Links:
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Seiten-Adresse: http://www.sittich-info.de/ernaehrung/monoprop.html
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