Ernährungs-FAQ

(häufig gestellte Fragen zur Ernährung von Sittichen)


Ich weiß nicht, ob ich abgepacktes Futter aus dem Supermarkt oder loses Futter aus dem Zooladen kaufen soll. Was sind die Unterschiede und was ist besser für meine Vögel?
Genaugenommen ist beides nicht ideal. 

Futter aus dem Supermarkt enthält meistens Zusätze wie z.B. Vitamine oder Jod, außerdem Bäckereinebenerzeugnisse und dergleichen. Gegen die Zugabe von Vitaminen spricht an sich nichts, doch macht es die Einschätzung schwierig, ob ausreichend oder sogar zu viele Vitamine zugesetzt sind und wieviel man z.B. in Krankheitsfällen hinzugeben sollte oder überhaupt darf. Viele Halter mussten besonders bei einer bestimmten Marke die Erfahrung machen, dass ihnen Futtermotten entgegenkrochen oder -flogen.

Das lose unbehandelte Körnerfutter im Zooladen dagegen ist auch keine optimale Lagerung. Fragen stellen sich, z.B.:
- wie lange liegt das Körnerfutter offen herum?
- wird beim Auffüllen des Futters darauf geachtet, dass das alte Futter herausgenommen und entsorgt wird oder wird es immer wieder mit dem frischen Futter vermischt und kann deshalb alt werden?
- wer hat mit wie sauberen Händen vorher schon reingefasst?
=>  wie hoch ist also die Keimbelastung des Futters?

Die beste Variante ist wohl die, loses abgepacktes Futter zu kaufen. Dieses gibt es z.B. auch in verschiedenen Zooläden oder im Internet-Handel.

Umso mehr muss man dann allerdings auch darauf achten, dass eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gewährleistet ist. Bei den Supermarktprodukten und beim losen Futter sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass diese nicht zu lange im Laden standen und dass möglichst keine Erdnüsse und nur wenige oder besser gar keine Sonnenblumenkerne enthalten sind.


 
Im Handel sehe ich immer wieder "Jodperlen", "Sprechperlen" und "Mauserperlen". Ist irgendetwas davon sinnvoll? Sollte ich die Mauserperlen während der Mauser anbieten?
Was ist mit dem Wasser, das im Handel angeboten wird?
Jodperlen sind meistens teuer und werden häufig nicht angenommen. Wesentlich günstiger und effektiver ist ein Jodkalkstein, der auch der Schnabelabnutzung und der Beschäftigung dient. Inzwischen sind sowieso viele Fertigfutter mit Jod angereichert. Auch in Vitamin-Mineral-Präperaten ist in der Regel Jod enthalten.

Was genau an den Sprechperlen die Vögel zum Sprechen bringen soll, ist mir unbekannt. Definitiv zu teuer.

Bei der Mauser, bei der der Sittich Federn ersetzt, werden für die Bildung der neuen Federn vor allem Eiweiße und Mineralien benötigt. Diese sollte es über das Eifutter und (Vitamin-)Mineralpräperate, Jodkalksteine und Grit(steine) sowie viel Obst, Gemüse und Grünfutter geben. Mineralien und Spurenelemente sind sich auch in Naturzweige enthalten ebenfalls Mineralien und Spurenelemente. Überteuerte "Mauserperlen" mit künstlichen Zusätzen sind nicht notwendig.

Die Trinkwasser (Wasser, das mit Jod und anderen Stoffen angereichert ist), ist nicht unbedingt notwendig. Mit Leitungswasser oder stillem Mineralwasser tun Sie Ihren Sittichen auch etwas Gutes. Erfahrungen mehrerer Vogelhalter zeigen, dass das Wasser aus dem Zooladen sehr schnell verkeimt ist. Für Sittichhalter, die das Wasser mindestens zwei mal täglich wechseln, ist das gekaufte Wasser zudem viel zu teuer. Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrem zuständigen Wasserwerk über die Wasserqualität Ihres Leitungswassers.


 
Meine Sittiche fressen sehr viel Obst, Gemüse und Grünfutter - kann es dadurch zu einer Vitaminüberdosierung kommen?
Nein, kann es nicht. Sie können ihren Sittichen so viel Obst und Gemüse geben wie sie möchten - allerdings sollte es nach wenigen Stunden, im Sommer nach ca. 1 Stunde wieder ausgetauscht werden, da es schnell verderben kann. Überdosierungen sind ausschließlich mit künstlichen Vitaminen in Form von Vitaminpräperaten möglich. Allerdings sollte sehr wasserhaltiges Obst und Gemüse (z.B. Wassermelone, Tomate, Salatgurke) nur in Maßen und nicht täglich angeboten werden.

 
Meine Sittiche bekommen jeden zweiten oder dritten Tag etwas Obst. Reicht das für die Vitaminversorgung?
Nein, das reicht nicht. Abgesehen von der geringen Menge enthalten Obst und Gemüse heute angeblich auch weniger Vitamine als noch vor einigen Jahren, deshalb kann es trotz dieser "regelmäßigen" Gabe zu Vitamin- und Mineralstoff-Mangel kommen, der wiederum einige Krankheiten auslösen kann. Wer so wenig Obst zur Verfügung stellt oder wessen Sittiche kein Obst annehmen, sollte auf jeden Fall ein Vitamin-Mineralstoff-Präperat nach Dosierungslanleitung auf das Futter oder ins Wasser geben. Die beste Variante ist, täglich etwas Obst, Gemüse, Grünfutter oder Beeren anzubieten.

 
Meine Sittiche fressen weder Obst noch Gemüse - egal, was ich anbiete, es wird ignoriert.
Was kann ich tun?
Zunächst braucht man für die Gewöhnung an Obst und Gemüse viel Geduld. Also immer wieder anbieten, vielleicht selbst mal etwas "voressen" und nie aufgeben.
Häufig wird das Obst in einer flachen Schale oder im Futternapf angeboten. Sittiche fressen erfahrungsgemäß aber gerne Obst und Gemüse, welches aufgehängt ist. Man kann dafür ein Sisal-Seil verwenden oder im Handel erhältliche Obstspieße (ca. 2,50 EUR). Alternativ kann man Obst und Gemüse auch an Ästen oder dem Vogelbaum anbringen. Sittiche fressen meistens auch nicht alles Obst und Gemüse, das angeboten wird. Mit der Zeit lässt sich durch Anbieten verschieder Sorten herausfinden, welche die Lieblingssorten sind und welche ganz gemieden werden.

Wenn der Trick mit dem Voressen oder dem Aufhängen keinen Erfolg bringt, gibt es auf dieser Seite noch viele Tipps, wie man seine Sittiche doch noch dazu bekommt, Obst anzunehmen.


 
Meine Sittiche sind zu dick / haben organische Erkrankungen und müssen laut Tierarzt auf Diät gesetzt werden. Wie sieht so eine Diät aus?
Zunächst gilt: es gibt kein FDH! Es ist bei normaler Fütterung nicht notwendig, den Sittichen Körnerfutter wegzunehmen, also z.B. morgens nicht zu füttern. Das ist ungesund. Für Wellensittiche gilt: ca. 1-2 TL Futter am Tag, für Großsittiche ca. 1-1,5 EL am Tag, abhängig vom Freiflug bzw. dem Bewegungsdrang des Sittichs. Am besten verteilt man das Körnerfutter auf Morgen und Abend. Tagsüber kann zusätzlich Obst, Gemüse oder Grünfutter angeboten werden.

Die "Dickmacher" sind im wesentlichen

  • zu viele Sonnenblumenkerne und Erdnüsse im Körnerfutter
  • einseitige Ernährung (zu viel Körnerfutter und zu wenig Obst / Gemüse / Grünfutter)
  • zu viele Kräcker, Kolbenhirse etc.
  • "menschliches Essen"
Dazu kommt häufig zu wenig Bewegung und / oder Langeweile.

Erdnüsse im Körnerfutter für Großsittiche sind im Prinzip überflüssig und gelten zudem als eine der häufigsten Ursachen für Pilzinfektionen (Aspergillose), da sie häufig mit Schimmelpilzen befallen sind. Sie sollten sie maximal selten als kleine Leckereien verfüttern und auf ungesalzene Produkte aus dem Supermarkt zurückgreifen, da diese kontrolliert sind. Sonnenblumenkerne sind in Maßen gesund und müssen nicht ganz fehlen. Auch hier müssen Sie auf die Qualität achten. Die meisten Futtersorten enthalten jedoch zu viele Sonnenblumenkerne. Es empfiehlt sich Sonnenblumenkerne einzeln zu kaufen und dem Futter in Maßen beizumischen oder das Körnerfutter mit Wellensittichfutter zu mischen, um den Anteil an Sonnenblumenkernen zu verringern. Vermeiden Sie eine einseitige Fütterung. Eine Mangelernährung ist Ursache vieler Erkrankungen. Geben Sie dem Sittich bei Bedarf mehr Freiflug oder, falls er alleinegehalten wird, einen Partner. Sittiche nehmen, ähnlich wie Menschen, auch aus Langeweile Nahrung auf.

Eine Anleitung zur artgerechten Diät finden Sie auf dieser Seite.


 
Mein Sittich erbricht meistens kurz nach dem Fressen. Woran kann das liegen und wie kann ich helfen?
Wenn der Sittich kurz nach dem Fressen erbricht handelt es sich normalerweise nicht um "echtes Erbrechen", denn von Erbrechen spricht man genaugenommen nur, wenn der Mageninhalt ausgespuckt wird. Kurz nach dem Fressen befindet sich das Futter allerdings noch im Kropf zur Vorverdauung. Es handelt sich dann um ein Hochwürgen von Kropfinhalt.

Es könnte sein, dass er einfach zu schnell und / oder zu viel auf einmal frisst. Häufig hat diese Angewohnheit den sogenannten "Futterneid" als Auslöser oder er hat längere Zeit nichts mehr zu Fressen bekommen. In letzterem Fall sollten Sie das Körnerfutter häufiger über den Tag verteilen oder gleich etwas mehr anbieten. Eine Kolbenhirse zwischendurch ist auch in Ordnung.

Es könnte auch am Futter selbst liegen. Wenn das Körnerfutter schlecht ist, wird es häufig nicht vertragen. Testen Sie das Futter auf seine Qualität, indem Sie den Geruchs- und Keimtest machen. Sobald das Körnerfutter schlecht riecht oder den Keimtest nicht besteht, werfen Sie es weg und besorgen frisches Körnerfutter.

Möglicherweise gibt es auch Probleme bei der Futterumstellung. Manche Züchter verkaufen ihre Sittiche leider viel zu jung, so dass sie noch gar nicht futterfest sind und Körner noch gar nicht vertragen. Anderen fällt die Umstellung auf ein anderes Körnerfutter schwer.

Es könnte auch sein, dass der Sittich krank ist. Das Hochwürgen von Futter kann z.B. durch eine (angehende) Kropfentzündung oder Parasiten (z.B. Trichomonaden im Kropf) ausgelöst werden.
Weitere Informationen zum Thema Erbrechen, auch in Bezug auf das Futter, erhalten Sie hier.


 
Ich höre immer wieder, dass man Naturzweige statt Holzstangen aus dem Handel anbieten soll, da sie für die Füße gesünder sind und die Sittiche gerne daran knabbern und Mineralstoffen und Spurenelemente enthalten sind. Welche Zweige sind geeignet und welche nicht?
Geeignet sind unter anderem Obstbäume (Apfel, Birne, Kirsche, ...), Ahorn, Eiche, Haselnuss, Kastanie, Pappel oder Ulme. Die Zweige müssen ungespritzt sein und sollten vorher gut gereinigt (mit heißem Wasser abgebürstet) werden.

Hier gibt es eine Liste mit geigneten Baumarten.

Ungeeignet ist Eibe, da sie giftig ist.


 
Ich höre öfter von Futtermotten oder Futtermittelmotten. Was genau ist das und wo kommen sie her?
Futtermotten sind kleine Motten, die zur Familie der Schmetterlinge gehören. Sie werden auch als Lebensmittelmotten bezeichnet.
Auf dieser Seite finden Sie weitere Informationen und Fotos.

 
Ich habe in verschiedenen Foren von MonoProp® gelesen. Die Meinungen dazu sind eher negativ, man solle es besser weglassen. Angeblich sollen Studien aber die Wirksamkeit belegen. Was ist nun richtig?
MonoProp® ist ein chemisches Granulat, bestehend jeweils zur Hälfte aus Propionsäure und einem mineralischer Trägersubstanz (Verxit).

In den Foren liest man meistens, dass das Mittel bei Ratten Krebs auslösen könnte. In Studien wurden "krebsähnliche Veränderungen" im Vormagen beobachtet, weshalb das Mittel in Deutschland zeitweise verboten war. Richtig dosiert soll es für den Menschen unschädlich sein, Langzeitstudien über Vögel kenne ich leider nicht.

Hier finden Sie ausführliche Informationen über MonoProp®.


 
URL: http://www.sittich-info.de/ernaehrung/ernaehrungs-faq.html
Copyright © www.sittich-info.de
Bitte beachten Sie: Sämtliche Inhalte auf dieser Seite sind urheberrechtlich geschützt. Die Übernahme von Bildern, Texten oder Textauszügen (auch leicht verändert) ist ohne vorherige Genehmigung und gut sichtbarem Verlinken der Quelle nicht gestattet. Text- und Bilddiebstahl werden rechtlich verfolgt.
In Internet-Foren bitte Sittich-Info.de oder die oben genannte URL verlinken.